Eigentlich wollte ich ja eine Leica X1 und sonst nix auf meinen Familienurlaub in Kroatien mitnehmen. Aber ich kann sie mir im Moment (noch) nicht leisten. Deshalb nutzte ich die ruhigen Tage dazu, die D700 und die Olympus E-PL1 eines Freundes sowie meine Nex-3 mitzunehmen. Ich wollte mal sehen, wie’s mir mit den verschiedenen Formaten geht und ob die Bildqualität einer D700 ihr Last auf meinen Schultern wettmachen kann. Und ich wollte mit der Nex einige Zeit mehr verbringen, als bei meinem kürzlichen Test gegen E-PL1 und X1, für den ich bloß ein Wochenende Zeit hatte.

Kurz zu den Setups: Die D700 war mit einem Nikon AF-S 24-70/2.8 und einem AF-S 70-300/4.5-5.6VR ausgestattet. Für die E-PL1 hatte ich das Panasonic 20/1.7 und ein 60 Jahre altes Leica Elmar 5cm/3.5 Schraubobjektiv mit, das ich mittels zweier Adapter (1. Schraubleica auf M-Bajonett / 2. M-Bajonett auf Micro Four Thirds Anschluss) an die E-PL1 brachte.
Die Nex war mangels Adapter bloß mit dem 18-55/3.5-5.6 OSS ausgestattet.

Ich muss sagen, nach einer Woche mit diesen Kameras habe ich die Nex sehr schätzen gelernt. An den Schwenkmonitor habe ich mich sehr gewöhnt, weil er mir ungewöhnliche Perspektiven z.B knapp über der Wasseroberfläche erlaubte. Einige Fotos wären ohne ihn schlichtweg nicht oder nur mit unermesslichem Glück entstanden. Toll finde ich auch, dass man die Kamera auf Auto-ISO stellen kann und die Ergebnisse zwischen 200 und 1.600 ISO allesamt sehr rauscharm sind. Schade nur, dass die Auto-ISO-Funktion nicht angepasst werden kann (z.B. Maximal-ISO und längste Verschlusszeit einstellbar). Auch geschwindigkeitsmäßig hat sich die Nex ganz brav benommen – bloß beim Einschalten war sie mir zu langsam.

Noch ein Wort zum Sony E 18-55/3.5-5.6 OSS: Die Verzeichnung im Weitwinkelbereich ist riesig – mit 18mm die Meer-Himmel-Grenze zu fotografieren zeigt dir, dass die Erde tatsächlich rund sein muss. Die Verzeichnung lässt sich zwar in der Nachbearbeitung einigermaßen rauskorrigieren, das kostet aber Zeit. Was Schärfe und Nahbereich betrifft, fand ich’s ganz gut.

Kurz noch zu den anderen beiden Kameras: Ich kann nix machen, aber auch wenn die Bildqualität einer D700 ein gutes Stück über jener der anderen Kameras steht, was Plastizität und Detailreichtum betrifft, mir sind diese Art von Kameras nach Jahren des Herumschleppens zu schwer und unhandlich geworden, um sie für meine tägliche Fotografie einzusetzen. Für ein Shooting nehm ich sie liebend gerne auch für einige Tage in die Hand, aber nicht für meine persönliche Art von Fotografie.
Die E-PL1 auf der anderen Seite hat wiedermal riesig Spaß gemacht. Meistens war das 20er drauf und was die Olympus-Menschen aus dem kleinen M43-Sensor in letzter Zeit rausholen, ist mehr als beeindruckend. Trotzdem APS-C oder noch größer ist immer ein Stück voraus, was Details, Dynamikumfang und ISO-Performance bzw. Rauscharmut betrifft.

Alle Fotos JPG, PP in LR3.

Mehr Fotos mit den 3 Kameras gibt es hier.